Der CVJM auf dem Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag

‚Momo‘ lebt seit mehr als 18 Monaten in Berlin. Genauso wie viele Flüchtlinge kam er aus Syrien, um den Krieg hinter sich zu lassen und ein neues Leben zu finden.

Diego Coloma, Praktikant im Institut für Erlebnispädagogik, am Stand des CVJM beim Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag

Mohammed lernte ich bei einer Freizeit in Storkow kennen. Damals konnte er kein Deutsch, doch das war kein Hindernis für ihn, um dankbar zu sein für alles, was er bekommt und zu fragen, wie er helfen kann. Er versuchte immer, allen zu helfen: Er eilte hin und her und war immer froh, neue Leute kennenzulernen. Das Lachen mit ihm war nicht schwer.

Der letzte Tag vor dem Mittagessen mit Mohammed war etwas, das sich tief in mir eingeprägte. Mohammed, Melissa und ich redeten und plötzlich suchte Mohammed Papier und einen Stift. Er wollte etwas zeichnen. Ich stand neben Melissa und alles, was ich wollte, war zu entschlüsseln, was er zeichnen wollte.

Als Mohammed uns die Zeichnung zeigte, berührte es mein Herz. So wie ein fünfjähriges Kind zeichnete er Personen in einem Camp. Über diese Personen flogen Kampfflugzeuge, die sie bombardierten. „Meine Familie“ sagte Mohammed und zog die Personen auf der Zeichnung nach. Als ich das sah, wollte ich einfach nur weinen.

Ich bin schon ein paar Jahre in Deutschland, aber das war das erste Mal, dass ich einen solchen Kontakt mit einem Flüchtling hatte.

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„Ungefähr 800.000 Menschen arbeiten in Deutschland in der Kinder- und Jugendhilfe“ steht auf der Website der Verwaltung der Stadt Düsseldorf. Anlass für diese Information war der Deutsche Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT). Auf diesem Kongress, der vom 28. bis 30. März stattfand, versammelten sich die wichtigsten Organisationen in Deutschland.

Der Blick auf den CVJM-Stand

Mehr als fünfzigtausend Besucherinnen und Besucher ließen sich zu der Veranstaltung einladen. Ich war Teil einer sechsköpfigen Delegation des CVJM Deutschland.

Wir bauten einen Stand auf, wo wir über die Arbeit, die der Verein in ganz Deutschland leistet, redeten: sowohl über die CVJM-Hochschule als auch das Institut für Erlebnispädagogik und die verschiedenen Ausbildungs– und Weiterbildungsmöglichkeiten. Genau wie wir, bauten die anderen Institutionen ihre Stände auf den 20.000 Quadratmetern des Messegeländes auf.

Zur gleichen Zeit fanden in den 24 Räumen Konferenzen, Foren und Workshops statt, die politische, wirtschaftliche, soziale Themen und das Thema „Digitale Medien“ für die Jugendarbeit umfasste. Unter dem Motto „22 Millionen junge Chancen“ beschreibt der Kongress eindeutig das Hauptziel: Erfahrungen auszutauschen und neue Entwicklungen für eine bessere Arbeit für Kinder und Jugendliche zu finden.

Es waren drei Tage, um Strategien mit anderen Organisationen zu besprechen, Kontakte zu knüpfen und Vorlesungen zu hören, die die Jugendarbeit beeinflussen.

Die Foren, die ich mitmachte, halfen mir, einen Blick von den Schritten zu bekommen, die Deutschland für die Kinder- und Jugendarbeit machen muss. Sowohl das Flüchtlingsthema als auch digitale Medien sind die zentralen Themen für die Jugendarbeit in den kommenden Jahren.

Diego Coloma erzählt Besucherinnen und Besuchern von der Arbeit des CVJM

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So wie Mohammed suchen andere Jugendliche, deutsche und geflüchtete aus anderen Ländern, die Möglichkeit, Teil einer Gesellschaft zu sein, in der sie ernst genommen werden; in der ihre Ausbildung gerecht und planbar ist; in der die Gleichberechtigung – Gender, sowie Gesundheit und Soziales – eine tragende Rolle in der Demokratie spielt.

Die Erkenntnisse des Kongresses in Düsseldorf werden nur dann relevant, wenn sich Menschen dafür einsetzen und die Tränen von ‚Momo‘ werden so eine Zukunft haben, wohin sie fließen können.

Diego Coloma, Übersetzung: Diego Morales Lozada

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