Miteinander unterwegs, voneinander lernen und aneinander wachsen – Erlebnispädagogik im CVJM

Bereit zum Überleben

Am Rand von Kassel zwischen CVJM-Hochschule, CVJM-Kolleg, CVJM-Tagungshaus und CVJM-Gesamtverband kamen sie einzeln oder in Gruppen an: bei all den gepackten Wanderrucksäcken und geschnürten Stiefeln war zu erahnen, dass hier weder die üblichen Studenten noch gewöhnliche Tagungsgäste zu einer genauso ungewöhnlichen Fortbildung zusammenkamen. Und spätestens das Wetter als dauerndes Topthema der Gespräche stellte klar: Die schlafen draußen!

Natürlich wurde über dem Feuer gekocht

Logisch … Denn genau so gehört es sich für ein Seminar über „Wildnis- und Erlebnispädagogik“, ausgerichtet vom CVJM-hauseigenen Institut für Erlebnispädagogik. Nach einem Kennenlern- und Grundlagenwochenende ging es für uns ins hügelige Siegerland auf zum Freizeitzentrum Wemlighausen. Statt großer, schwerer und am Ende auch noch allzu komfortabler Zelte wurden Planen im Wald gespannt und die (durchgehend wunderbaren) Mahlzeiten stilecht am Lagerfeuer gekocht und gegessen. Und auch das verregnete Sommerwetter sollte Teilnehmende wie Trainer nicht davon abhalten, die Methoden und Übungen direkt einzusetzen – learning by doing unter nassen Bedingungen eben. Denn zu lernen gab es einiges: Wie entzünde ich ohne Streichhölzer ein Feuer? Wie backe ich Brot im Steinofen? Wie orientiere ich mich mit Karte, Kompass und GPS? Wie baue ich Abseilstellen über Klippen oder Seilbahnen im Wald auf? Welche Sicherheitsgrundlagen sind bei all dem wichtig? Wie locke ich Teilnehmende aus der Komfortzone? Und wie helfe ich ihnen, das Erlebte danach gut zu reflektieren?

Das Wetter war egal

All diese Übungen sollen dazu dienen, gemeinsam mit anderen diese Lernerfahrungen zu machen, gleichermaßen waren wir dadurch genauso als Gruppe gefordert. Neben all den technischen Fähigkeiten zeigte so manche gute Diskussion über das perfekte Pfannkuchenrezept oder die Lösung einer verzwickten Aufgabenstellung, worauf es bei Erlebnispädagogik auch ankommt: miteinander unterwegs zu sein, voneinander zu lernen und aneinander zu wachsen.

Egal, ob Pfadfinder mit Professionalisierungswünschen, Freizeitleiterin mit Lust auf neue Herausforderungen oder Sozialarbeiter auf der Suche nach alternativen Interventionsmethoden – es konnte wohl jede und jeder von uns etwas aus den Tagen im Siegerland mitnehmen, nicht zuletzt dank der guten Anleitung unseres Trainerteams um Stefan Westhauser (Management Institut für Erlebnispädagogik). Und das war erst der erste von vier Blöcken. Im Winter geht es weiter, dann aber in städtischem Umfeld. Und gerüchtehalber auch mit Duschmöglichkeit.

Bericht und Bilder: Konstantin Orizaris

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